Lehmputz

  • Kurzbeschreibung

    Lehmputz besteht ca. zu 75% aus Sand und zu 20% aus Lehm; als Zusatzstoffe dienen je nach Hersteller und Anforderungsprofil Stroh, Flachsschäben, Hanf und Tierhaare. Die Industrie hat die Absatzchance bereits erkannt und bietet mittlerweile Fertiglehmputze in Pulverform an, welche durch Zugabe von Wasser vor Ort angerührt werden können.

Ökologische Bewertung

Sehr gut (30/30 Biobaustoffe.at Öko-Punkte)

  • Herstellung: 6 Punkte - Tagbaugewinnung von Lehm und Sand, Lagerung auf Halde. Zusatzstoffe werden landwirtschaftlich gewonnen..
  • Verarbeitung: 6 Punkte - Konventionelle Putztechniken mit innenarchitektonisch interessanten Variationen möglich. Keine Gefährdung bei der Verarbeitung..
  • Anwendung: 6 Punkte - Positive Effekte auf das Raumklima..
  • Haltbarkeit: 6 Punkte - Keine Grenzen bekannt, lediglich Rissebildung bei zu schneller Trocknung möglich..
  • Wiederverwendbarkeit: 6 Punkte - Durch Abschlagen und Neuansetzen Des Abbruchlehmes ist eine Wiederverwendung möglich..

Technische Details

Je nach Zusatzstoffen hat Lehmputz eine Rohdichte von 1200 kg/m3 bis 1700 kg/m3. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt 0,6 bis 0,8 W/mK und weist somit Lehmputze als Speichermasse aus. Die Dampfwiderstandszahl μ ist mit Werten zwischen 5 und 10 anzusetzen. Die Herstellen von Lehmputzgemischen erfolgt nur mechanisch mit Rühr- oder Knetmaschinen geringer Leistung. Die wichtigsten Anwendungsbereich sind Innenputze. Außenputzanwendung bedarf weiterer Zugabestoffe um die Spritzwasser- und Frostbeständigkeit zu erreichen. Nicht empfohlen werden Anwendungen unter Fliesen oder im ungeschützten Nassbereich. Beim Anbringung auf Beton oder Altputzen unbekannter Zusammensetzung sind Vorspritzmörtel auf Basis von Trasskalkbindemittel nötig. Die Verarbeitung geschieht händisch oder - ähnlich dem Maschinenputz - mit Putzmaschinen. Das Design wird durch die Wahl bestimmter Körnungen, Reibetechniken oder Halbreliefstrukturen bestimmt. Durch Anfeuchtung der Putzoberfläche können allfällig entstandene Risse ohne Bindemittelzugabe ausgebessert werden.

Besonderheit

Baustoff mit geringem Energieaufwand in der Erzeugung (graue Energie). Positiver Einfluß auf das Raumklima, gut feuchteausgleichend und schadstoffbindend.

Quellennachweis

Haus der Baubiologie, Graz; Dr. Romana Ull; Steiermärkische Landesregierung – Abt. Abfall- und Stoffflusswirtschaft

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