Schilfdeckung

  • Kurzbeschreibung

    Schilf- oder Reetdächer sind vor allem im norddeutschen und im pannonischen Raum heimisch. Sie werden ähnlich den Strohdächern gedeckt, indem Schilfbüschel schuppenartig auf horizontale Latten gebunden werden, bis die Deckung eine Dicke von 30 cm erreicht. Entscheidend für die Langlebigkeit (bis 100 Jahre) ist die Dachneigung und die Wartung. Alle 6-10 Jahre First erneuern, alle 10 – 15 Jahre auffüllen.

Ökologische Bewertung

Befriedigend (24/30 Biobaustoffe.at Öko-Punkte)

  • Herstellung: 6 Punkte - Schnitt mit dem s.g. „Rohrwolf“, Bündeln und Trocknen, Sortieren und Putzen, zu kurze Halme werden aussortiert. Halmlänge 1,4 -2,0 m.
  • Verarbeitung: 4 Punkte - Nur von Fachpersonal ausführbar, langwierig in der Erstellung.
  • Anwendung: 6 Punkte - Für geneigte Dächer ab ca.35° bis 70°..
  • Haltbarkeit: 4 Punkte - Abhängig von Qualität und Dachneigung (z.B. 45° 25 bis 45 Jahre 50° 45 Jahre und länger). Brandschutz beachten!.
  • Wiederverwendbarkeit: 4 Punkte - Als Häcksel-Zusatz zu Leichtlehm, kompostierbar.

Technische Details

Schilf wird in den Wintermonaten im Schilfgürtel des Neusiedlersees im Burgenland geerntet und in Büscheln auf dem Feld zum Trocknen aufgestellt. Entscheidend für die Qualität ist die Frische und Härte des Schilfes. Schilf ist sehr gut wärmedämmend, diffusionsoffen und durch seinen hohen Kieselsäuregehalt sehr widerstandsfähig gegen Fäulnis. Blitzschutz erforderlich!! Brandschutz in Verbindung mit Fermacell-Powerpaneel F30 bis F90 von außen.

Besonderheit

Nachwachsender Naturbaustoff mit hervorragender Ökobilanz, baubiologisch empfehlenswert.

Quellennachweis

Haus der Baubiologie, Graz, Ing. Günther Dörr

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